22. April 2007:
Science Fiction - Von der Mondlandung zum Warpantrieb
Die heutige von Quantenmechanik und Relativitätstheorie geprägte Physik fasziniert genauso wie sie sich der allgemeinen Erfahrbarkeit entzieht. Dadurch lässt sie viel Spielraum für Dichtung, wird gleichsam zur Projektionsfläche von Utopien und Träumen. Eigentlich reichen die Ursprünge von Science Fiction aber viel weiter bis zu Jules Verne's "Reise zum Mond" und zu Mary Shelley's "Frankenstein" zurück und beziehen sich nicht nur auf Physik und Reisen ins Weltall. Was fasziniert die Anhänger des SciFi so sehr? Ist SciFi nur anregende Unterhaltung? Oder profitiert die Wissenschaft sogar im Spannungsfeld von wissenschaftlichen Erfindungen und erfundener Wissenschaft?
11. März 2007:
Der naturwissenschaftliche Bildungskanon: Was soll Schule leisten? (Gast: Marcus Fruecht, Barnim Gymnasium,
Bernau)
Nach Dietrich Schwanitz' "Bildung. Alles was man wissen muss" gehören die Naturwissenschaften nicht zum allgemeinen Bildungskanon. Besteht die wahre Bildung in Deutschland also nur aus Literatur, Philosophie, Musik, Kunst und Geschichte, während Relativitäts- und Evolutionstheorie leider draußen bleiben müssen? Kann sich ein hochindustrialisiertes Land einen solchen Bildungsbegriff leisten? Sollte ein Schulabgänger die Debatten über Gentechnik und Klimawandel nicht ebenso kompetent führen können wie ein Gespräch über den antiken Götterhimmel oder Goethes "Faust"? Warum ist es chic zu prahlen, von Mathematik nie etwas verstanden zu haben? Was gehört in den naturwissenschaftlichen Unterricht, was nicht? Wann muss er beginnen? Welche Fertigkeiten, welche Fähigkeiten, welches Wissen sollte ein Schulabgänger im Bereich der Naturwissenschaften haben?
21. Januar 2007:
Kreisläufe, Zyklen, Gleichgewichte: Was die Welt (im Innersten) am Laufen hält
Dem perfekten Stoffkreislauf der Natur abgeschaut, macht das Schlagwort der Kreislaufwirtschaft Furore von der Umweltbewegung bis zum Abfallgesetz. Aber wie gelingt der Natur das perfekte Recycling? Haben wir es hier mit einem Perpetuum Mobile zu tun, oder was treibt die Kreisläufe an? In welchen Zeiträumen laufen sie ab? Gibt es eine Triebfeder hinter der Entwicklung immer höherer Komplexität? Ist eine Höherentwicklung dabei zwangsläufig? Ist die Entstehung von Leben möglicherweise eine Notwendigkeit? Wie reagiert ein Ökosystem auf Störungen? Wie kann die Natur die Balance halten? Wie fügt sich der Mensch hier ein - als Teil des Systems oder sein Zerstörer?
17. Dezember 2006:
Der Gott der Naturwissenschaftler (Gast: Prof. Dr. Wolf Krötke, HU Berlin)
Einstein war ein gläubiger Mensch: Er führte "Der Alte würfelt nicht!" als Argument gegen die Quantentheorie ins Feld. Der amerikanische Mathematiker (und Kabarettist) Tom Lehrer sagt hingegen: "Es gibt genugt Geheimnisvolles in der Mathematik für meine religiösen Bedürfnisse." Kommen die Naturwissenschaftler ohne Gott aus? Wollen Sie das? Greift Gott ein? Oder eben nicht? Oder nur ganz indirekt? Glauben wir an Wunder? Können Wissenschaftler das überhaupt? Können wir uns die Welt wissenschaftlich ganz ohne Schöpfung und Schöpfungsmythos vorstellen? Aber was stand dann am Anfang? Sind naturwissenschaftliche Erklärungen immer nur unvollständig, endgültige Antworten also Sache des Glaubens?
29. October 2006:
Dogmen - Moden - Denkverbote: Über sichere Erkenntnisse und notwendige Umbrüche in den
Naturwissenschaften
Die "exakten Wissenschaften" haben den Nimbus der unanfechtbaren Objektivität. Doch immer wieder haben sich "gesicherte Erkenntnisse" und "gültige Theorien" als unvollständig, widersprüchlich oder gar falsch herausgestellt. Immer wieder konnten und mussten die Widersprüche durch grundlegend neue Denkansätze aufgelöst werden. Doch sind neue, revolutionäre Ideen überhaupt willkommen? Laufen Wissenschaftler Gefahr, die Natur vor lauter Dogmen nicht mehr zu sehen? Wie sehr unterliegt die Forschung gesellschaftlichen Strömungen und Modeerscheinungen? Wird sie von Dogmen und Denkverboten behindert?